Vorträge

Referentinnen- bzw. Referentenvorträge, Podiumsdiskussion und Filmaufführungen

zu gesellschaftlich relevanten Themen sind ein wichtiger Bestandteil der Bildungsarbeit. Im November fand die 100. Veranstaltung seit 2002 statt. Ab 2017 mit dem neuen Kooperationspartner „Arbeit und Leben“  inklusive Facebookauftritt.

Nächste Referentinnenveranstaltung am Dienstag den 08.10.2019

„Gemeinnutz geht vor Eigennutz“?
Abweichende Überlegungen zum Verhältnis von Interesse und Allgemeinwohl in der bürgerlichen Gesellschaft

Ausgangspunkt ist ein Blick auf die politökonomischen Ursachen, die zuverlässig immer neue Fälle sozialer Bedürftigkeit erzeugen und so auch ein sozial verstaatlichtes Leben immer wieder hervorbringen. Sozialpolitik in Deutschland ist ein Armutszeugnis über die materielle Lebenslage der Lohnabhängigen und ein Funktionserfordernis im entwickelten Kapitalismus. Armut ist so gesehen nützlich als Ausgangspunkt und Resultat rentabler Lohnarbeit und begründet auf dieser Wirtschaftsordnung die Notlagen der „sozial Schwachen“ und den Sozialstaat. Der Referent fragt (auch mit Bezug zur Aberkennung der Gemeinnützigkeit des globalisierungskritischen Netzwerkes attac) ganz grundsätzlich, worin eigentlich der „Gemeinnnutz“ einer Gesellschaft besteht, in der bekanntlich der Nutzen der Einen der Schaden der Anderen ist? In welchem Verhältnis stehen Interesse und Allgemeinwohl überhaupt in der bürgerlichen Gesellschaft? Wer entscheidet über die Anerkennung bzw. Gültigkeit der viel beschworenen Gemeinnützigkeit? Und ist es Zufall, dass die Parole „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ von den Nazis stammt? Die Kritik an den Folgen neoliberaler Marktwirtschaft wird durch sozialstaatliche Maßnahmen ersetzt. – Der Referent hat zu diesem Thema sehr eingehend geforscht (s. z. B. Dillmann/Schiffer-Nasserie, Der soziale Staat) und wird wahrscheinlich tw. überraschende Einsichten vermitteln und mit den Zuhörern diskutieren.

Dr. Arian Arian Schiffer-Nasserie studierte Sozialwissenschaften, Geographie und Pädagogik an der Ruhr-Uni-Bochum. Promotion zum Dr. phil. über „Atirassismus als Herausforderung für die Schule“. Der Refernt lehrt und forscht zu Migrations-und Sozialpolitik an der Evangelischen Hochschule in Bochum.

Dienstag,  08. Oktober 2019, um 19:30 Uhr, in der börse, Roter Saal
(erster Stock links), Wolkenburg 100, Buslinie 628, ausreichende Parkplätze
attac Wuppertal trifft sich jeden 2. Montag im Monat um 19:30 Uhr in der börse

Kommentare sind geschlossen.